Internationaler Jugendaustausch 7.-13. August

Internationaler Jugendaustausch 7.-13. August

Schon seit langem steht es in den bayerischen und unterfränkischen Jugendordnungen und jetzt wurde es Realität: Mit einem Jugendaustausch, einer Jumelage, mit einer französischen Jugendgruppe fand erstmals eine internationale Verständigung statt. Vom 07.-13. August waren 4 Jugendliche der Fischerjugend Unterfranken auf einem Zeltlager in Thury-Harcourt in der Suisse Normandie, der Normannischen Schweiz. Diese Gegend liegt im Department Calvados, die mit dem Regierungsbezirk Unterfranken verschwistert ist. Der Bezirksjugendring Unterfranken (BZJR) hatte deshalb Verbände befragt, wer an einem Jugendaustausch teilnehmen möchte, und wir haben uns getraut.
Ursprünglich hätten sogar 8 Jugendliche der Fischerjugend teilnehmen können, aber schon sehr frühzeitig wurde klar, dass die alleinige Abwicklung unsere Möglichkeiten, vor allem bei einem Gegenbesuch, uns überfordern würde. Auch die doch aufwändige Antragstellung beim Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) mit dem geforderten Nachweis pädagogischer Konzepte bedurfte ebenfalls professioneller Hilfestellung, die in der Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Großostheim gefunden wurde. Fairerweise wurde die Teilnehmerzahl hälftig aufgeteilt und der Teamgeist der Betreuer bereits bei einem mehrtägigen Workshop in Würzburg vertieft. Eine solche Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen ist ebenfalls im §2 Aufgaben der Jugendordnung fixiert, wurde aber noch kaum gelebt.
Größtes Problem war das Finden eines geeigneten PKWs mit genügend Stauraum, denn ein Leihbus von einem Autovermieter hätte den finanziellen Rahmen komplett gesprengt. Letztlich konnten alle Teilnehmer, einschließlich des Jugendzentrums, in deren bzw. dem Familienbus eines als Betreuer mitreisenden Familienvaters untergebracht werden. Mit Unterstützung und Zuschüssen des DFJW, dem BZJR, der Marktgemeinde Großostheim sowie letztlich des Fischereiverbands Unterfranken konnte die Teilnahmegebühr mit 130 € für eine Woche Spaß und Abenteuer absolut im Rahmen gehalten werden.
Das Abenteuer fing schon mit der Fahrt an, denn eigentlich alle Jugendlichen waren noch nie so weit, nämlich 850 km, von ihren Eltern getrennt. Und der Spaß begann gleich am nächsten Tag, als gemeinsam mit den 8 Teilnehmern aus Frankreich Stand Up Paddling (SUP) auf Riesenboards sowie Kajakfahren angesagt war. Mit weiteren Gruppenaktivitäten wie Fangspielen, Tischtennis, Fußball und einer Wanderung lernten sich die Jugendlichen Teilnehmer näher kennen und es wurden die Hemmungen abgebaut, die Sprachbarriere mit Englisch, Händen und Füßen zu umgehen. Natürlich lehrte man sich gegenseitig auch die jeweils andere Sprache.
Selbstverständlich kam auch das Angeln nicht zu kurz, denn das Zeltlager befand sich direkt am Ufer der in diesem Bereich gestauten ungefähr 30 m breiten Orne . Gefangen wurden Rotaugen, Lauben, Barsche und als Knaller wollte ein Wels einen Aal beim Einkurbeln noch vom Haken holen und war letztlich auch erfolgreich: Aal und Wels weg!
Eine weitere Kajaktour und die Wanderung bei 34°C ließen keine Langeweile aufkommen. Nach einer Stadtbesichtigung in Caen waren zurück im Camp deutsche Spezialitäten angesagt, die in Form von Leberkäse mit Spiegelei und Kartoffelsalat sowie Weißwurst mit Brezeln, von den deutschen Betreuern mitgebracht, zubereitet und serviert wurden. Insgesamt traf das Essen nicht immer auf ungeteilte Zustimmung beider Seiten, denn in einer spielerischen Abfrage nach den Lieblingsgerichten kamen doch gewisse Unterschiede auf deutscher und französischer Seite zutage. Grenzübergreifend waren jedoch Burger vorne, dem wir auch durch Essenspausen während der Hin- und Rückfahrt bei einem „großen amerikanischen Gastronomen“ gerecht wurden.
Kultureller Höhepunkt war jedoch am letzten Tag der Besuch des „Memorials“, einem riesigen Museum über den 2. Weltkrieg sowie die Zeit davor und danach. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass hier eine der großen Entscheidungen zur Beendigung des 2. Weltkriegs seinen Anfang nahm. Amerikanische, kanadische und englische Truppen landeten hier am D-Day mit hohen Verlusten an mehreren Stränden. Hinterher fuhren wir noch zu Baden an den Omaha-Beach, der damals auch eine dieser Landestellen war. Wassertemperaturen von nie da gewesenen 25°C sowie herrlicher Sonnenschein ließen auch dies zu einem Riesenspaß werden.
Sicher war nicht alles perfekt, aber insgesamt wurden in dieser Woche viele Erwartungen noch übertroffen. Die Jugendlichen haben Nummern ausgetauscht und freuen sich auf den Gegenbesuch in 2023, der zentral im Jugendzentrum Großostheim stattfinden soll. Vielen Dank an Philip Küpper, dem Leiter des Jugendzentrums und Jessica Lartigue für die gute Zusammenarbeit bei der Organisation des Projektes und auch vor Ort in Frankreich. Vielen Dank auch an alle, die uns personell und finanziell unterstützt haben.
Erwin Glawion/ stellvertretender Bezirksjugendleiter


Unser Zeltplatz mit der Küche sowie den Essens- und LagerpavillonsUnsere Jungs bei den Vorbereitungen zum SUPDas erste Board hat abgelegt
Die naturbelassene Angelstrecke unterhalb des WehrsDie Angelstrecke gleich am Zeltplatz oberhalb des Stauwehrs. ZuschauerInnen dabeiDie Jungs brechen früh am kühlen Morgen zum Angeln auf
Deutsch-französisches GitarrenduoDeutscher Abend: Leberkäse und WeißwürsteAusgetrocknete Landschaft auch in der Flußschleife der L Orne
Eindrucksvolle Fotos und Ausstellungstücke über den D-Day im Memorial de CaenGemeinsamer Badespaß in den Wellen des Ärmelkanals am Omaha-BeachAlle Teilnehmer und Betreuer aus Deutschland